Dieser Sinnspruch war das Lebensmotto des Firmengründers Wilhelm Felsche. Am 15. Juni 1798 wurde er als ältestes Kind des Konditors und Lebküchlemeisters Johann Conrad Felsche in Halle-Neumarkt an der Saale geboren. Im Jahre 1802 siedelte die Familie Felsche jedoch bereits nach Leipzig-Reudnitz über.
Nach dem Besuch des Thomasgymnasiums absolvierte er in Leipzig eine sechsjährige Lehre im Beruf seines Vaters. Der Lehrvertrag machte es allerdings zur Bedingung, dass er nach deren Abschluss für zwei Jahre nicht in seiner Heimatstadt „konditionieren“ durfte.
Also begab sich Wilhelm Felsche für einige Zeit ins „Exil“. Die erste Phase seiner „Emigration“ verbrachte er als Gehilfe in der Hamburger Firma F. H. Mönch. Daran schloss sich eine lehr- und ereignisreiche Studienreise nach Frankreich, vor allem nach Paris, an die ihn nachhaltig beeinflussen sollte.
Als Wilhelm Felsche 1821 nach Leipzig zurückkehrte, erwarb er zunächst die Mitgliedschaft in der angesehenen Kammerinnung und kurz darauf auch das „Bürgerrecht der Stadt Leipzig als Konditor und zur Betreibung kaufmännischer Geschäfte wie auch des Handelns im einzelnen“.
Kurz zuvor hatte er bereits eine „Conditorey=Waren=Handlung“ in einem gepachteten „Gewölbe“ der Kolonnaden des Fürstenhauses an der Grimmaischen Gasse in Leipzig eröffnet, was er auch in der Leipziger Zeitung vom 15. August 1821 mit einer Anzeige bekannt machen ließ. Es soll an dieser Stelle nicht gänzlich unbeachtet bleiben, dass bereits zu den Handwerken seines Vaters neben der Konditorei und Zuckerbäckerei ganz explizit auch die Schokoladenherstellung zählte.
Im Jahr 1824 heiratete Wilhelm Felsche die Leipzigerin Johanna Regina Apitzsch. Einige Jahre nach der Eheschließung kaufte er der Universität Leipzig ein Grundstück am Augustusplatz ab und ließ hier auf dem Grund des ehemaligen Schuldturmes der Stadt ein Gebäude errichten, das er ab 1835 als Kaffeehaus und Produktionsstätte gleichermaßen nutzte. Das Ganze nannte er fortan – vielleicht in Erinnerung an seine Gesellenreise nach Frankreich – „Café Français“. Bald musste das Unternehmen aufgrund der ständig steigenden Nachfrage seine Produktionsfläche erweitern. Über die Jahrzehnte hinweg kamen weitere Grundstücke, Produktions- und Lagerstätten in der Innenstadt, in Reudnitz sowie in Gohlis zum Firmenbesitz hinzu.
Durch ein Rundschreiben vom 1. März 1856 gab Wilhelm Felsche bekannt, dass er ab diesem Tage seinen Schwiegersohn Hermann Friedrich Adolph Schütte als „Teilnehmer“ aufgenommen habe. Erst reichlich einen Monat später – am 7. April 1856 – erfolgte die eigentliche „Verheiratung“ von Adolph Schütte mit Johanna Felsche.
Schütte, 1832 in Oldenburg geboren, erwarb 1857 auf Wunsch seines Schwiegervaters für sich und seine Nachkommen die amtliche Erlaubnis, fortan den Namen Schütte-Felsche zuführen. Er erfuhr zeitlebens tatkräftige Unterstützung durch seine Frau, die eine kaufmännische Ausbildung genossen hatte und nach dem Tode ihres Vaters am 11. Dezember 1867 durch dessen testamentarische Verfügung zur Mitinhaberin der Firma wurde.
In den 1870er und 1880er Jahren wurde sowohl den beiden Söhnen Oskar Wilhelm Adolph (1886) und Carl August Wilhelm (Willy) Schütte-Felsche (1888) als auch dem Schwiegersohn Friedrich Otto Liesche (1878) Prokura erteilt.
Im Jahr 1890 wurde dem ältesten Sohn Adolph Schütte-Felsche jun. ein Teil der Betriebe im Stammhaus am Augustusplatz übergeben. Der Vater Adolph Schütte-Felsche sen. und sein jüngerer Sohn Willy widmeten sich von diesem Zeitpunkt an ausschließlich der Schokoladenfabrikation in Gohlis.
In der Folgezeit wurde die Firmengeschichte entscheidend durch die Person Wilhelm Schütte- Felsches bestimmt und beeinflusst. Er war am 6. Februar 1866 geboren worden und beschäftigte sich schon frühzeitig gern mit technischen Dingen. Er verstand es, durch eine optimierte Modernisierung und Erweiterung der Produktion den guten Namen des Unternehmens auf einem ständig wachsenden, aber auch immer stärker umkämpften Markt der Schokoladenherstellung zu erhalten. Durch ihn wurden Handlungsreisende eingestellt, die im Auftrag der Firma in ganz Deutschland unterwegs waren. Nachdem Tod seines Vaters Adolph Schütte Felsche im Jahr 1908 war Willy Schütte-Felsche gemäß letztwilliger Bestimmung alleiniger Inhaber des Unternehmens.
Die beiden Weltkriege stellten große Herausforderungen für das Unternehmen dar. Konnte sich die Firma nachdem Ersten Weltkrieg recht schnell und umfassend wieder erholen, so bedeutete der Zweite Weltkrieg jedoch das Ende des Imperiums Felsche.
Die Süßwarenherstellung lief nach 1945 noch einige Jahre an gleicher Stelle unter verschiedenen neuen Namen als volkseigener Betrieb weiter. Im Jahr 1973 kam dann das endgültige Aus. Die Gebäude wurden von einem ganz anderen Unternehmen – dem VEB OSTRA Hydraulik – genutzt.