Dass dieser Spruch anfangs genau das Gegenteil besagte, wissen heute viele schon gar nicht mehr. Getätigt wurde er seinerzeit von keinem Geringeren als Johann Wolfgang Goethe, der als siebzehnjähriger Student der Juristerei von Frankfurt nach Leipzig geschickt worden war. Er wollte mit dieser Formulierung die in jener Zeit viel gerühmten positiven gesundheitlichen Aspekte der frischen Landluft an den Pleißeauen bei Gohlis in einem Brief illustrieren.
Das Dorf Gohlis, das von der Innenstadt aus betrachtet jenseits des sumpfigen Rosentals lag, wurde im 18. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel für die Leipziger und zu einer bevorzugten Adresse für die Sommerfrische der besseren Gesellschaftsschichten. Der erfolgreiche Verleger Georg Joachim Göschen mietete sich hier – wie viele andere auch – eine kleine Landwohnung, und der Kaufherr Johann Caspar Richter ließ sich 1756 gar ein Rokoko-Schloss an der Wiese bei den Flussauen bauen.
Mit einem Spaziergang durch den Stadtgarten – das Rosental – zu Wasser in einer Gondel oder einem Kahn konnte man das Dorf gut und auf vergnügliche Weise erreichen. Es gab auch eine Anbindung für die Fuhrwerke, die von Leipzig über das Pfaffendorf nach Gohlis führte. Die Nähe zur Stadt und das vollkommene ländliche Idyll sorgten gleichermaßen für einen regen Zulauf vor allem in den schöneren Jahreszeiten.