Wem würde nicht ein klein wenig wohler um Herz und Magen beim Vernehmen dieses süßen Dreiklangs? Ohne Frage setzt selbst diese gänzlich abstrakte – da Wort gewordene – Schlemmerei bereits in jedem von uns eine Art Vorfreude auf Genuss, Labsal, Innehalten und sinnliche Befriedigung in Gang. Die Geschmacksrezeptoren beginnen in Vorfreude bereits, ein wenig zu zucken, tief in unserem Inneren löst sich die Anspannung und macht der Entspanntheit reinen Wohlbefindens Platz.
Vor allem die Schokolade – „die Speise der Götter“, wie sie im Land der Maya genannt wurde – mit ihrem feinen Duft, ihrem intensiven Geschmack und dem gewissen Etwas an Eleganz gilt als eines der größten Geheimnisse, die wir der Natur entlockt haben.
Was sollte es also für einen schöneren Beruf geben als den eines Konditors, Kaffeehausbesitzers und „Chocoladiers“, bei dem man tagtäglich von all diesen Ergötzlichkeiten umgeben ist? Zu den Zeiten jedoch, als Wilhelm Felsche, der Begründer des Gohliser Schokoladenimperiums, dieses Handwerk erlernte, war der „Geschmack“ dieser ausländischen Süßigkeiten noch nicht jedermanns Sache. Erst im 18. Jahrhundert war der Kaffee nach Europa gekommen und hatte seinen Siegeszug durch die „aufgeklärten“ Kreise angetreten – doch darauf soll später etwas ausführlicher eingegangen werden …
Die Schokolade selbst war zu Zeiten Wilhelm Felsches – also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – vor allem als Importartikel aus Frankreich und anderen Ländern bekannt und erhältlich. Umso interessanter ist es, dass bereits Wilhelms Vater, Johann Conrad Felsche, ein Konditor und „Lebküchlermeister“ aus Halle an der Saale, nicht nur „… feine Konditoreiwaren daheim herstellte und in Leipzig und anderen Orten absetzte, sondern auch namentlich zu seinen Erzeugnissen Schokolade gehörte“.
Man konnte sich zunächst in Deutschland für das „fremde Zeug“ nicht sonderlich erwärmen. Bestenfalls akzeptierte man den heißen Trank als Medizin. Doch mit der Zeit kam auch die Schokolade mehr und mehr in Mode, und mit der Mode änderte sich dann auch das Geschmacksempfinden der feinen Gesellschaft Deutschlands. Denn als Luxusartikel war die Schokolade zunächst nur den begüterten Kreisen vorbehalten.
Wilhelm Felsche erkannte die Zeichen der Zeit. Er richtete sich fürs Erste eine gepachtete Konditorei, dann ein eigenes Kaffeehaus ein. Er baute sich zuerst in Reudnitz, später dann in Gohlis seine eigene Schokoladenfabrik. Mit diesem reinen Familienunternehmen war er unterdessen so erfolgreich, dass zum „hundertjährigen Bestehen“ der Firma – im Jahr 1921 – bereits etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt wurden.